Der Goethewanderweg  Weimar - Großkochberg

 

Von Start bis Ziel      Bild vergrößern

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»... ich habe mich gestern herausgeflüchtet, bin um halb Sechs zu Fuß von Weimar abmarschiert und war halb zehn schon hier, da alles schon verschlossen war und sich zum Bettgehen bereitete... «

Diese Zeilen schrieb Johann Wolfgang von Goethe am 12.Juli 1777 in Kochberg an die verehrte Freundin Charlotte von Stein. Ab 1775 eilte der junge Dichter oft zum Schloss »hinter den Bergen«, zu Fuß, mit dem Pferd, später mit der Kutsche. Für die Strecke benötigte er nach eigenen Angaben zwei-einhalb Stunden zu Pferde.

Der letzte Besuch erfolgte am 5. September 1788 mit der Kutsche in Begleitung von Herders Frau Karoline sowie des inzwischen sechzehnjährigen Fritz von Stein. Karoline Herder schreibt: »... Um 11 Uhr hatten wir den stoßigen Weg geendigt. Lotte von Lengefeld kam zuerst, uns zu empfangen, dann die Frau von Stein, die uns alle freundlich empfing, doch ihn (Goethe) ohne Herz ... «  Der Grund für die Kühle dürfte wohl die neue Liebesbeziehung zwischen Goethe und Christiane Vulpius gewesen sein.

 

 

 

 

 

Start am Goethehaus in Weimar

Im Goethehaus hat der Dichter von 1782 bis zu seinem Tode im Jahr 1832 gelebt. Der Weg führt über die Amalien- und Rainer-Maria-Rilke-Strasse zum Gehädrich am Stadtrand von Weimar und weiter unter der Autobahn hindurch in Richtung Vollersroda. Hier kreuzen wir den Feininger-Radweg, der nach Mellingen führt.

Die Wegkennzeichnung 

 

Wegweiser

Hinter Vollersroda geht es rechts in den Wald weiter in Richtung Balsamine (Ausflugslokal, in Renovierung). Vor der Balsamine führt ein schmaler Weg abwärts. Vom Hang bietet sich ein herrlicher Blick in das Mittlere Ilmtal .

Blick auf Buchfahrt

Bergab gelangen wir dann nach Buchfart, einer landschaftlich idyllisch gelegenen Gemeinde. Sehenswert sind die überdachte Holzbrücke über die llm (1818), die Kirche mit dem wertvollen Flügelaltar (1492) und am Berghang die Felsenburg mit 15 in den Fels eingehauenen Kammern, die vermutlich noch im 12. Jahrhundert bewohnt waren. Wegen absturzgefährdeter Felspartien ist sie zur Zeit gesperrt. Hinter Buchfart steigt der Weg wieder an über den Buchfarter Wald, vorbei an der Tafelbuche, hier kreuzt der Goethewanderweg den Wanderweg Paulinenturm – Carolinenturm und es geht wieder abwärts nach Saalborn.

An den Rasenbänken  

An den Rasenbänken

 

Von Saalborn verläuft der Weg zunächst ein Stück auf der Straße B 85 in Richtung Blankenhain, bevor er rechts auf den Waldweg entlang des Dammbachsgrund einmündet. Hier folgen wir den Wegweisern und biegen dann nach ca. 30 m links  auf einen ansteigenden Weg in Richtung Grenzallee ein. Auf der Grenzallee geht es nach rechts bis Ende des Hauptweges. Von hier, etwas links haltend erreichen wir nach ca. 1 km den Rastplatz An den Rasenbänken. Von hier geht es abwärts über einfache Waldwege bis in den Kohlgrund
 

Dem Kohlgrundweg (als Naturlehrpfad ausgebaut) nach rechts folgend erreichen wir an der Riedeleiche die idyllisch gelegene Hubertushütte.

Nach ca. 50 m zweigt der Weg links ab und führt erst leicht, dann stärker absteigend, vorbei an einer Bungalow-Siedlung und der links liegenden Kiesgrube nach Schwarza, südwestlich von Blankenhain gelegen im Tal des gleichnamigen Flüsschens.

Sankt Hubertus

Hubertushütte

 

Kennzeichnung des Weges

Hinter Schwarza geht es wieder ziemlich steil bergauf zur Talblickhütte (links Schafholzberg mit Preußenstein in ca. 30 m). Von ganz oben auf dem Gottesberg haben wir einen herrlichen Blick auf Hochdorf. Der Weg führt durch die Wiesen und Felder auf dem Thüringenweg nach Hochdorf.

Am Ortsausgang von Hochdorf nach Neckeroda steht an einer Weggablung eine große Kastanie und davor ein Schild mit der Wegführung des Goethewanderweges. Über die wasserarme Hochebene erreichen wir Neckeroda.

 
 

Kurz nach dem Ortsausgang von Neckeroda biegt der Goethewanderweg nach links ab. Nach kurzer Zeit kommt der Wanderer an eine kleine und zwei große Linden (Rastplatz), wo ein Wegweiser erneut eine Wegverzweigung anzeigt. Während der Goethewanderweg nach rechts abbiegt, führt der Thüringenweg geradeaus in Richtung Spaal, Hohe Straße. Kurz vor dem Luisenturm trifft der Thüringenweg wieder mit dem Goethewanderweg zusammen.

 

Einkehr in Zur Linde in Neckeroda

Gaststätte

Der Luisenturm wurde auf dem 516 m hohen Hummelsberg errichtet. Er wurde nach Luise von Stein, Enkeltochter der Charlotte von Stein, benannt. Vom Luisenturm (wenn geöffnet) haben wir einen weiten Rundblick über das Saaletal, und natürlich auch eine Aussicht (von links nach rechts) auf Kleinkochberg, Neusitz und Großkochberg.  

Kunst am Luisenturm  

Kunst am Goethe-Wanderweg

Der Luisenturm  

Luisenturm

Noch vor dem Luisenturm geht es über einen zunächst steil abfallenden, dann aber bequemen Wiesenweg bis zum Nordeingang des Parks des Schlosses von Großkochberg.

 

 

Goethe: Schloss Kochberg, vom Park

Schloß Großkochberg von Goethe

An Charlotte von Stein schrieb der junge Goethe auch: »... ich hab heut den Göttern sei Dank von 8 Uhr früh bis Abends 8 gezeichnet in Kochberg und hier immer mit gleicher Freude und gleicher Hoffnung dass es Ihnen auch Freude machen soll ... « 

 

 

Weg-Profil

 

Geführte Wanderungen werden von der Tourist-Information Weimar angeboten http://www.weimar.de »Rüstige Wanderer « können mit einer Wanderzeit von ca. 6 Stunden rechnen.

Als » Fahrrad-Wanderer « ist man nur unwesentlich schneller, da die stark hügelige Strecke im wesentlichen auf mittelalterlichen Forstwegen oder extremen Waldwegen verläuft. Es sollte dann gelten »wer die Natur liebt, der öfter schiebt «.

Nicht zu verwechseln ist der oben beschriebene Wanderweg mit dem gleichnamigen Goethe-Wanderweg von Ilmenau über Manebach, dem Kickelhahn, dem Jagdhaus Gabelbach nach Stützerbach (18 km).

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