Grundig Weltklang Super W

                                                                   

Ein Modell-Foto: Mein Chassis:
Grundig Weltklang, Modellfoto Mein Chassis

 

Radios mit der Röhrenbestückung 2x ECH4 + EBL1, wie der Weltklang Super W gehören zur Serie der sogenannten "Standard-Super". Sie basieren alle auf einem Schaltplan (mit leichten Abwandlungen). Die Schaltung basiert auf die Philips-Geräte A43U von 1940 mit den Philips-Röhren der „Roten Serie“ ECH3, ECF1, CBL1, CY2 bzw. dem "Komisbrot" 203/204U von 1941 mit den moderneren „Schlüsselröhren“ (Pressglasröhren) 2x UCH21, UBL21, UY21. 

In der Nachkriegszeit ab 1948 wurden die ersten Geräten der „Standard-Super“ noch mit den „Topfsockelröhren“, ähnlich der „Roten Serie“ von Philips  ECH4, EBL1, AZ1 verwendet weil die "Stahlröhren" (11er-Reihe) von Telefunken nicht ausreichend verfügbar waren und die Pressglasröhren (21er-/ 41er-Reihe) im Nachkriegs-Deutschland aufgrund der Kriegsschäden noch nicht wieder gefertigt werden konnten. Bei Valvo war z.B. 1948 nur die Produktion der „Topfsockelröhren“ möglich; die Farbe der „Roten Serie“ des Entwicklers  Philips wurde durch eine Gold-Farbe ersetzt.

 

Die technischen Daten des Weltklang Super W:

Hersteller Grundig
Typ Weltklang Super
Nummer  W
Herstellungsort Fürth
Baujahr 1948
Kaufpreis (Neupreis) 500 DM
Kreise 6 AM
Bauelemente  
  Röhren ECH4, ECH4, EBL1, AZ1
  Transistoren  
  Schaltkreise  
Wellenbereiche KW, MW, LW
Lautsprecher pernament-dynamisch
Ausgangsleistung  
Gehäuse Holz
Abmessungen BxHxT 480 x 390 x 290 mm
Gewicht  10 kg
   
Stromversorgung 120 - 220 V Wechselstrom
inkl. Netzteil  
   
Zustand funktionstüchtig

  

Die Grundig-Story;

Hans Woller schrieb in seinem Buch "Gesellschaft und Politik in der amerikanischen Besatzungszone" ganz prägnant: 

 

Nach Kriegsende stellte Max Grundig in Fürth Mess- und Prüfinstrumentarien für Radios her. Aufgrund der Restriktionen der alliierten Besatzungsmächte waren in der unmittelbaren Nachkriegszeit die Produktion und der Verkauf von Radiogeräten erschwerten Bedingungen unterworfen. 

Max Grundig gelang dennoch bereits 1946 ein großer Geschäftserfolg, indem er mit dem von ihm entwickelten "Heinzelmann"-Baukasten geschickt das Verkaufsverbot umging und den Erwerb von Radioteilen ohne Bezugsschein ermöglichte. 1947 ließ Grundig die ersten Gebäude einer eigenen Produktionsanlage in Fürth errichten, die den Grundstein für sein späteres Stammwerk abgaben. 

Bei Grundig, der mittlerweile 400 Personen beschäftigte und damit bereits zu einem der wichtigsten Industriebetriebe von Fürth zählte, begann nach dem 20.Juni der eigentliche Aufstieg zum Weltkonzern. Auf den Tag X war Grundig vorbereitet gewesen. Bereits Ende 1947 hatte er den Verkauf der „Heinzelmänner“ gedrosselt, um zum Zeitpunkt der Währungsreform volle Lager zu haben. Auch den „Weltklang“, dessen Produktion im Februar 1948 angelaufen war, brachte Grundig zunächst nicht auf den Markt, obwohl er das in Fachkreisen als mustergültig bezeichnete Gerät schon im März auf der dritten Leipziger Frühjahrsmesse nach dem Krieg der Öffentlichkeit vorgestellt hatte. An dem Tag der Währungsreform standen „Heinzelmänner“ und rund 1300 „Weltklang“ bei allen Händlern bereit und fanden zum Stückpreis von 220,- DM bzw. 500,- DM reißenden Absatz. Nach diesem glänzenden Start ging ging es bei Grundig rasch voran. Bis zum Ende des Jahres 1948 wurden über 15.000 Exemplare des „Weltklang“ fertiggestellt und verkauft. Schon im Februar 1949 verließ das 100.000ste Radio die Grundigwerke in Fürth. Es wurde schon mit 800 Beschäftigten produziert. Damit war Grundig die Nummer 1 unter den deutschen Rundfunkherstellern, sein Marktanteil betrug 20 Prozent. 

Die Auswirkungen der Währungsreform bescherten Grundig dann den Durchbruch zum größten Radio-Hersteller in Europa.

 

Weltklang Chassis:
Chassis von vorn Chassis von hinten

Der Schaltplan:

Schaltplan

 

Vor der Restauration sah das Gerät relativ schlecht aus:

Chassis vor der Restauration Chassis vor der Restauration

Radio-Sammlung