Astabiler Multivibrator als Prüfsignalgeber, Eigenbau

           

                       

                                   

 

Bei der Fehlersuche in Rundfunkempfängern erweisen sich Signalquellen für Tonfrequenz- und  Hochfrequenz als sehr nützlich. Für diese Zwecke ist der Astabile Multivibrator wegen des einfachen und billigen Aufbaues besonders praktisch. Er verzichtet auf Schwingkreise und verwendet Kondensatoren und Widerstände als frequenzbestimmende Glieder.

Die Schwingungen sind nicht sinusförmig, sondern sehr oberwellenreich. Bemisst man die frequenzbestimmenden Glieder so, dass die Grundfrequenz in den Tonfrequenzbereich fällt, so können Oberwellen entstehen bis etwa 20 MHz. Jede Oberwelle ist gewissermaßen mit der Grundfrequenz moduliert.  

 

Führt man diese der Antennenbuchse eines Rundfunkempfängers zu, so arbeitet der Multivibrator als Prüfsender für LW, MW und ggf. KW. Im Empfangsgerät können wir ein gleichmäßiges Senderspektrum aufnehmen. 

Der Multivibrator eignet sich so für die Überprüfung von AM-Empfängern im HF- und Tonfrequenzteil und auch für den Abgleich von Geradeausempfängern.  

Die Fehlersuche beginnt normaler Weise am NF-Ausgangstransformator und endet am Antenneneingang. So kann die grundsätzliche Funktion nachgewiesen werden; für die Beurteilung der Signalqualität (z.B. hinsichtlich von Signalverzerrungen) müssen andere Methoden angewendet werden.

 

Ein Astabiler Multivibratoren kann relativ aufwendig mit Röhren oder einfach mit Transistoren aufgebaut werden. Ich hatte mir die Aufgabe gestellt, einen sehr großen Oberwellenanteil zu erhalten, der sicher bis in den KW-Bereich die Nutzung ermöglicht. 

 

Ausgewählt wurde die Röhren-Variante, ähnlich der von:

Werner W. Diefenbach

Bastelpraxis

Franzis-Verlag München 1963

 

Schaltbild:

 

Bei den im obigen Schaltbild angegebenen Widerstands- und Kondensatorwerten R1, C1 und R2, C2 erhalten wir eine Grundfrequenz von 1kHz. Der Außenwiderstand des zweiten Triodensystems ist veränderlich und arbeitet als Lautstärkeregler.

 

Als Röhre setzte ich die speziell für Multivibratoren entwickelte Röhre ECC82 ein. Sie zeichnet sich durch eine extrem geringe Eingangskapazität aus, was steile Impulsflanken und damit ein großes Oberwellenspektrum ermöglicht.

Problematisch bei Röhrenschaltungen ist die Bereitstellung der Anodenspannung über 100V.

Einen üblichen Netzadapter für elektronische Geräte modifizierte ich für eine Ausgangswechselspannung von 60Ve.

Über einen Spannungsverdoppler nach Delon stellen sich 160V Gleichspannung ein; Ua  = 2Us*(-2Ud).

Die Heizspannung der Röhre wird ebenfalls mittels Netzadapter als Gleichspannung bereitgestellt.

Als Chassis und Gehäuse fand ein ehemaliger UKW-Tuner Verwendung.

 

Aufbau Chassis:

 

Impulsverlauf:

An der Anode im Zeitraster von 200us

 

Anstieg im Zeitraster von 2us

 

Zum Vergleich baute ich noch einen Transistor-Multivibrator auf, wie er üblich in Prüfstiften zum Einsatz kommt:

Schaltbild

Versuchsaufbau

 

Impulsverlauf:

Am Kollektor

Anstieg im Zeitraster von 20us

 

Es ist zu erkennen, dass die Impulse beim Transistor-Multivibrator relativ stark verschliffen sind, was sich negativ auf den Oberwellenanteil des Signales auswirkt.

Mit dieser Schaltung konnten am Radio die Signale nur im LW- und MW-Bereich nachgewiesen werden.

 

Die technischen Daten des Multivibrators:

Gehäuseabmessungen  85 x 80 x 55mm
Versorgungsspannungen  2 x 230V Netz
Generator-Frequenz  1 kHz
Ausgangs-Signal  max.  90 Vss
Signalform  rechteck
Oberwellen nachweisbar  LW, MW, KW

  

Radio-Sammlung